Synchroneiskunstlauf durch die Linse: @Vi_Visuals über Teamgeist, Emotionen und die Zukunft des Sports
Exklusive Einblicke: Fotografin und Synchronläuferin Vivienne Stella spricht über ihre erste WM, emotionale Momente und das neue Synchro9-Format.
Exklusive Einblicke: Fotografin und Synchronläuferin Vivienne Stella spricht über ihre erste WM, emotionale Momente und das neue Synchro9-Format.

Auf dieses Interview freue ich mich schon eine ganze Weile und ich bin so happy, dass wir es endlich veröffentlichen dürfen!
Unsere Interview Partnerin ist Vivienne Stella. Sie ist eine leidenschaftliche Synchronläuferin aus Dresden und teilt ihre Passion für den Sport mit atemberaubenden Fotos und Videos auf ihrem Instagramkanal @vi_visuals (unbedingt folgen, wenn ihr es noch nicht tut! 😁)
Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Teams aus dem Osten Deutschlands und der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ist sie so nah am Synchroneiskunstlauf-Sport dran wie niemand anderes. Heute verrät sie uns etwas über sich und ordnet das neue Synchro9 Format schonmal für uns ein.
(Vielleicht kommt auch ein Gastartikel von ihr zu Synchro9 🤫 - seid gespannt und meldet euch [hier] für den Newsletter an um den Early Access zum Artikel nicht zu verpassen.)
Twizzle Magazine: Vivienne, du bist seit ca. einem Jahr als Fotografin und Videografin im Synchron-Eiskunstlauf unterwegs. Verrate uns doch, was dich dazu bewogen hat, da deine Zeit zu investieren :)
Vivienne: Ich habe schon immer gern fotografiert und mich kreativen Dingen beschäftigt. 2025 hab ich dann das erste Mal in der Eishalle im Rahmen des DresdenCups zur Kamera gegriffen und auch den Wettkampf über Social Media begleitet.
So kann ich zwei Leidenschaften miteinander verbinden und auch meine Erfahrung vom Eis jetzt auf der anderen Seite der Bande mit der Kamera in der Hand nutzen.
Als SportlerIn investiert man so viel Zeit in diesen Sport und erlebt so viel, dass es auch Menschen braucht, die die sportlichen Momente, aber auch Emotionen hinter den Kulissen festhalten sie festhalten und auch mit der Welt teilen.
Ich möchte einfach einen Teil dazu beitragen, dass die Leistungen und die Menschen dahinter einer größere Bühne bekommen und die Welt mehr von dieser fantastischen Sportart sieht.

Wie lange warst du selbst im Synchron Eiskunstlauf aktiv oder bist du es immer noch?
Ich habe ca. 6 Jahre Erfahrung im Bereich Synchroneiskunstlauf.
Aktuell laufe ich hobbymäßig noch im Dresdner Team „Saxony Ice Pearls - Adult“ und trainiere unsere kleinsten Nachwuchstalente in Dresden.
Was genau ist es, dass du an dem Sport so ins Herz geschlossen hast?
Das WIR-Gefühl.
Man steht nicht nur für sich allein auf dem Eis, sondern mit und für sein Team und seine Freunde. Man schafft gemeinsam Momente und Erinnerungen, erlebt gemeinsam Höhen und Tiefen und arbeitet gemeinsam auf Ziele hin.
Gleichzeitig lernt man aber auch mit einer großen Verantwortung umzugehen. Jeder muss auch im Team individuell an sich arbeiten und stets das Beste aus sich herausholen, damit man gemeinsam als Team die beste Leistung zeigen kann.
Außerdem schätze ich die ganze Synchro-Community sehr. Auch neben dem Eis verspürt man immer eine Art Gemeinschaftsgefühl. Man lernt so viele tolle Menschen kennen, man kann voneinander lernen und alle sind für einander da.
Selbst unter dem Konkurrenzdruck in Wettbewerben ist ein Gemeinschaftsgefühl immer präsent. Teams feuern sich gegenseitig an und es ist eigentlich nie Still in der Halle.
Wir haben uns ja auf der WM in Salzburg kennengelernt - worüber ich wirklich dankbar bin. Da hast du mir erzählt, dass das deine erste WM als Foto- & Videografin ist. Wie war das für dich und vor allem, wie hast du dich darauf vorbereitet?
Da es meine erste WM als Fotografin war, war ich vor allem erstmal ziemlich aufgeregt und nervös. Es ist die größte Bühne in dieser Sportart und das Highlight auf das so viele SportlerInnen ihr Leben lang hingearbeitet haben.
Man möchte natürlich so viele schöne Momente und Erinnerungen festhalten wie möglich und da man in der Sportfotografie immer nur die eine Chance hat, um DEN Moment festzuhalten, baut sich schon ein gewisser Druck auf.
Als Newcomerin kommt natürlich auch hinzu, dass man sich doch noch mit anderen vergleicht und hofft genau so gute Arbeit zu leisten wie auch andere oder auch mit der eigenen Arbeit herauszustechen.
In meiner Vorbereitung habe ich mir nochmal die meisten Programme der Teams angeschaut, damit ich einen groben Überblick hatte wann welche Highlights in den Programmen sind und was ich vielleicht unbedingt einfangen möchte. Je besser man ein Programm kennt, desto gezielter kann man natürlich gewisse Elemente oder Emotionen einfangen.
Aber man kann sich auch der Musik und den Themen hingeben und aus der Spontanität heraus fotografieren und interessante und schöne Momente kreieren.
Ich bin auf jeden Fall ziemlich glücklich und dankbar aus dem Wochenende gegangen und froh über jede Erfahrung, die ich machen konnte und natürlich so tolle Menschen kennengelernt zu haben :)

Hast du ein Lieblingsprogramm aus der Saison 25/26?
Das ist jede Saison aufs neue eine sehr schwierige Frage.
Es gibt so viele Teams mit so tollen und individuellen Programmen. Für das Kurzprogramm fällt meine Wahl auf das Team Helsinki Rockettes aus Finnland mit „O Fortuna“. Die Musik, der Ausdruck, die Kleider - es hat einfach alles gepasst und mich von Anfang an abgeholt.
Die beste Kür der Saison hatte für mich das Junioren Team Helsinki Fintastic (die kleinen Schwestern der Rockettes) mit dem Thema „The Night of Evil“. Das Team hat dieses Thema so gut rübergebracht und ist mit einem riesigen Selbstbewusstsein gelaufen, dass man kaum glauben konnte, dass es ein Junioren Team ist. Die schönsten Kleider hatten sie im übrigen auch.
Gabs bis jetzt so ein Moment in deiner Karriere, in dem du gedacht hast: “oh wow, ich hab schon einen ziemliche coolen Zweit-Beruf”?
Der Gedanke kam mir zum erstmal Mal, als ich meine ganzen Reisen zu den internationalen Wettbewerben geplant und gebucht habe. Es ist ein riesen Privileg, wenn man seine Leidenschaft zu einem Beruf weiterentwickelt und dabei auch noch so viel erleben und sehen kann.
Ein weiterer Moment war aber auch in Budapest als ich nach der Siegerehrung noch ein paar Aufnahmen gemacht habe und dabei auch ein paar emotionale Momente festhalten konnte. Es ist einfach schön, wenn man solche Momente und Erinnerungen für andere festhalten kann.

Welche Ziele hast du denn für die Saison 2026/27? Gibts was, worauf du dich besonders freust?
Als Ziel habe ich auf jeden Fall, dass ich mich künstlerisch ein bisschen ausprobieren will und meinen eigenen Foto- und Videografie Stil mehr herausarbeite.
Natürlich möchte ich auch wieder zu ein paar internationalen Wettbewerben fahren und hoffentlich auch zur Weltmeisterschaft nach England. Ich freue mich schon jetzt auf die ganzen neue Programme und natürlich auch wie sich das neue Format Synchro 9 etablieren wird.
Besonders freue ich mich aber wieder auf die Zusammenarbeit mit Team Berlin 1. Seid gespannt was da so kommt ;)
(Kurze Erklärung für alle, die davon (noch) nichts mitbekommen haben) Was genau hältst du denn von Synchro9?
Synchro9 ist eine neue Kategorie im Synchroneiskunstlaufen. Statt der bisher 16 LäuferInnen werden nur noch 9 auf dem Eis stehen.Auch das Wettkampfformat unterscheidet sich zu den bisher klassischen Kategorien.
Es wird drei Runden mit drei verschiedenen Programmen im Head-to-Head Modus geben, wobei z.B. auch das Kür Thema vorgeschrieben ist.
Ziele der ISU mit dieser Kategorie sind z.B. die Sportart attraktiver und verständlicher für die ZuschauerInnen zu machen, dynamischere Programme zu kreieren und durch kleinere Teams die Chancen zu erhöhen sich als olympische Disziplin zu etablieren.
Im Moment bin ich noch recht unschlüssig was ich davon halten soll.
Es gibt viele Punkte, die wirklich sinnvoll erscheinen, vor allem in Hinblick auf Olympia, aber eben auch Punkte die ich noch nicht nachvollziehen kann oder mir persönlich nicht gefallen.
Bei der WM in Salzburg haben drei Demo Teams drei wirklich sehr tolle und unterschiedliche Programme gezeigt, was bewiesen hat, dass man trotz der geringeren Anzahl an LäuferInnen noch sehr viele Möglichkeiten auf dem Eis hat die Programme super individuell und spannend zu gestalten.
Was auch sehr positiv aufgefallen ist, ist die enorme Geschwindigkeit, die die Teams auf dem Eis hatten, da sie durch die geringere Anzahl an LäuferInnen natürlich mehr Platz hatten. Allerdings hat auf dem ersten Blick trotzdem etwas gefehlt, wenn man die Programme mit 16 LäuferInnen im direkten Vergleich hatte.
Ein Punkt der mir aktuell persönlich besonders negativ auffällt, ist dass in den kommenden zwei Saisons keine Männer in dieser Disziplin starten dürfen.
Leider kann ich nirgendwo eine Transparente Begründung zu dieser Entscheidung finden und kann es wirklich nicht nachvollziehen, da es in den klassischen Kategorien schon lang etabliert ist, dass auch Männer im Team sind und das meiner Meinung nach eine Bereicherung für diesen Sport ist.
Es ist schwierig eine weitere Kategorie etablieren zu wollen, wenn Teams der klassischen Kategorien schon seit Jahren Probleme haben genug Trainingszeiten auf dem Eis zu bekommen. Das Niveau wird immer höher und die geforderten Elemente immer schwieriger, aber die Trainingszeiten bleiben gering oder werden sogar gekürzt.
Wenn jetzt noch zusätzlich neue Synchro9 Teams entstehen, wird der Kampf um die Eiszeiten noch schwerer bzw. es werden Entscheidungen gefällt, ob Teams in alter Form überhaupt bestehen bleiben können.
Aber am Ende muss man jetzt einfach schauen wie es sich entwickelt und was die Teams draus machen. Ich bin trotz allem gespannt auf das neue Format, welche Teams es geben wird und wie sich die Wettbewerbe gestalten werden.

Gibts ein Team im deutschsprachigen Raum - abgesehen der großen 3 (Berlin, Chemnitz & Stuttgart) - das wir evtl. im Auge behalten sollten?
Aktuell haben wir ein sehr starkes Juvenile Team, die „Saxony Ice Pearls - Juvenile“ aus Dresden. Dieses Team besteht nun seit drei Jahren und konnte dank herausragender Trainer- (Johanna Kaja und Caroline Gross) und Elternarbeit zu einer wirklichen Nachwuchshoffnung werden.
In der letzten Saison machte das Team mit dem Kür Thema „Mufasa: Der König der Löwen“ auf sich aufmerksam und gewann national und international jeden Wettbewerb.
Dieses Team sollte man in den nächsten Jahren definitiv im Auge behalten.
Zusätzlich wird es kommende Saison in Deutschland zwei Junioren Synchro9 Teams geben. LäuferInnen aus Berlin und Chemnitz stellen sich den neuen Herausforderungen und ich werde in den kommenden Wochen dabei sein dürfen, wenn die beiden Teams in die Saisonvorbereitungen starten.
Es sind Menschen wie Vivienne, die unseren Sport nicht nur dokumentieren, sondern ihm eine Bühne geben.
Mit ihrer Kamera hält sie nicht nur Formationen und Elemente fest, sondern auch die kleinen Momente dazwischen – die Emotionen, den Teamgeist und all das, was den Synchroneiskunstlauf so besonders macht. Genau diese Geschichten möchten wir bei Twizzle erzählen.
Liebe Vivi, danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen und deine Gedanken so offen mit uns geteilt hast. Wir freuen uns schon jetzt darauf, deinen Weg in der kommenden Saison weiter zu begleiten.
Und für euch gilt: Das war erst der Anfang. 👀
In den nächsten Wochen erwarten euch weitere Interviews, spannende Einblicke hinter die Kulissen und natürlich unser großer Gastartikel von Vivienne, in dem sie das neue Synchro9-Format noch ausführlicher analysiert und ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen teilt.
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Wir sehen uns im nächsten Artikel. 💙

















